Swakopmund - "deutsche" Stadt am Atlantik

Gegen 11 Uhr checken wir in Naánkusê aus und scheuchen ein schlafendes Warzenschwein auf, dass es sich im Schatten unseres Jeeps gemütlich gemacht hat.

 

Weiter geht die Reise durch Windhoek und die komfortable asphaltierte B2 ist zum Glück wenig befahren. Die sowieso schon spärliche Vegetation nimmt völlig ab, bis wir ereignislos nur noch durch öde Sandwüste fahren.

 

Gegen 15 Uhr erreichen wir Swakopmund und werden sehr herzlich und zuvorkommend im Cornerstone Guesthouse von Robyn begrüßt. Hier übernachten wir bereits das 2. Mal und haben auf Wunsch wieder das geräumige Appartment bekommen. Wir gießen uns einen Kaffee auf und lesen einige Zeit auf der Terrasse bei Sonnenschein.

 

Wir schildern Robyn unser Problem mit dem 2. Ersatzreifen und Sie setzt hilfsbereit alle Hebel in Bewegung und telefoniert alle Mietwagenfirmen ab. Doch trotz aller Mühen ist es bis zu unserer Abreise nicht möglich einen vernünftigen Reifen zu bekommen. Uns wurde versichert, dass im Notfall bei einer Panne ja der Pannendienst verständigt werden könne. Wir fragen uns nur, wie lange es dann im Zweifelsfall dauern würde, bis Hilfe im Nirgendwo naht. Zum Glück haben wir auch diesen Urlaub keinen Platten. Nächstes Mal werden wir aber auf jeden Fall wieder schon ab Deutschland vorbestellen.  

 

Sunset über den Sanddünen der Namib-Wüste

Zum Sunset fahren wir zur super gelegenen Desert Breeze Lodge. Kein Ersatz für das Sossousvlei, aber von hier haben wir einen tollen Blick über das trockene Flussbett des Swakop Rivers und über das weite Sanddünenmeer. Ich stapfe ein Stück die recht festen Dünen hinauf und fotografiere die unbeschreibliche Landschaft in der warmen Abendsonne.

 

 

 

 

Anschließend fahren wir zum hochgelobten „The Tug“ Restaurant, wo wir bereits einen Tisch fürs Dinner vorbestellt haben. Doch wie schon beim letzten Mal schickt man uns in die maritimgestylte Captains Bar und vertröstet uns immer wieder. Nach einer Stunde Wartezeit und mehrfacher Nachfrage, werde ich wirklich ungehalten und wir bekommen einen Tisch zugewiesen. Unser Abendessen ist ok, aber mehr auch nicht. Das war sicher unser letzter Besuch hier! 

 

 

Swakopmund - Leuchtturm und Museum

Am nächsten Morgen schlafen wir lange aus und genießen das hervorragende Frühstück im Cornerstone Guesthouse. Anschließend fahren wir zum nahen Supermarkt und füllen unsere Getränkevorräte auf. 

 

Dann besuchen wir das durchaus sehenswerte Museum in Swakopmund mit einigen Kuriositäten, wie z.B. eine alte Apothekeninnneneinrichtung oder eine mobile Zahnarztpraxis. Dieses Museum ist eine reine Privatinitiative einiger engagierter Swakopmunder Bürger. Die Ausstellung ist bemerkenswert vielseitig. Wir schlendern einfach durch die Ausstellung und suchen uns heraus, was uns interessiert. Man bekommt einen guten Eindruck von Deutschlands Kolonialzeit. Sowohl die Geologie, Archäologie, Botanik und Tierwelt als auch die Darstellung der einzelnen ethnischen Gruppen der Region werden mitberücksichtigt.

 
 

Rosafarbene Flamingos an der Walvis Bay

Da wir bereits alle für uns interessanten Touren beim letzten Mal schon unternommen haben, fahren wir nur noch mal nach Walvis Bay zu den rosafarbenen Flamingos und Salzgwinnungsanlagen.

 

Am Nachmittag entspannen wir wieder auf unserer Terrasse. Da es sich zuzieht und es keinen Sunset geben wird, beschließen wir schon früh zum Dinner zu gehen.

 

 

Salzgewinnungsanlagen Walvis Bay

 

 

Diesmal haben wir uns das Restaurant „Old Steamer“ in der „Alten Brücke“ ausgesucht und werden nicht enttäuscht. Die Location ist einem alten Schiffsdampfer nachempfunden mit einem gemütlichen Kamin und das Ambiente ist super gut gelungen, originell und sehr autenthisch - man fühlt sich wirklich wie in einem alten Dampfer. Der Service ist sehr aufmerksam und unaufdringlich freundlich. Es wird ein umfangreiches Buffet angeboten, das keine Wünsche offen lässt. Das zarte Rinderfilet wird vom netten Chef, ehemals Sous-Chef des Tugs, persönlich frisch gegrillt und es schmeckt sensationell.

 

Satt und zufrieden fallen wir ins gut gepolsterte Bett.

 

 

 

Cape Cross - Robbenkolonie

Heute verlassen wir Swakopmund nach einem ausgiebigen Frühstück gegen 9 Uhr. Die geteerte Straße  C34 geht relativ schnell außerhalb Swakopmunds in eine Sand/Salzpiste über. Hier sollte man nicht zu schnell unterwegs sein, es kann rutschig werden.

 

Auf der einen Seite der Straße hat man immer wieder Ausblicke auf das weite Meer, auf der anderen Seite nichts als grandiose Ödnis. Hier bekommt man schon einen kleinen Einblick in die faszinierende ,menschenleere Landschaft der Skeleton Coast.

 

Wir fahren Richtung Henties Bay und stoppen für ein kurzes Foto am Schiffswrack der Zeila bei Jackalsputz.

 

 

 

 

Vorbei an schnell zusammengezimmerten Verkaufsständen mit allerlei Mineralien, erreichen wir um 10 Uhr das unwirtliche Cape Cross mit der berühmten Robbenkolonie (Cape Cross Seal Reserve).   

 

Der angelegte Holzsteg bietet dem Besucher die Möglichkeit ganz nahe an die Ohrenrobben heran zu kommen.  Es ist wirklich beeindruckend, wieviele Tiere sich zusammen im Meer tummeln, über die Felsen watscheln oder sich gerade gemütlich in der Sonne trocknen. Der Lärm und Gestank ist dementsprechend!

 

Sogar an den beiden Kreuzen, die an Diego Cao und seine Entdeckungsfahrt erinnern sollen, liegt eine Robbe im Schatten. Es ist ein einmaliges Naturschauspiel.

 

 

 

 

Um die riesige Population unter Kontrolle zu halten, findet jährlich das stark kritisierte „Culling“ statt.  Als Argument für das Erschlagen der Robben bringt die Regierung immer wieder den schädlichen Einfluss der vielen Robben auf den Fischfang an.

 

 

 

Schrabrackenschakale - Gesundheitspolizei am Cape Cross

 

Es schleichen aber auch einige Schabrackenschakale mit blutiger Schnauze weiträumig um die Robbenkolonie herum. Sie fungieren als Gesundheitspolizei, die die verletzten und toten Tiere beseitigen. Auch Jungtiere, die alleine in der Kolonie zurückbleiben, während die Mutter im Atlantik nach Nahrung taucht, sind eine leichte Beute.