Fitzroy Crossing - Purnululu NP

 

17. Tag: Broome – Fitzroy Crossing (Geikie Gorge)

 

Schon daheim war dies die schwierigste Streckenplanung des ganzen Urlaubs. Da wir für die Bungle Wilderness Lodge schon ein Jahr im Voraus nicht mehr unseren Wunschtermin bekamen, mussten wir hier unser Programm leider arg straffen. Immer wieder recherchierte ich, ob die Strecke via Windjana Gorge machbar sei. Nun weiß ich: Ja, sie wäre gut machbar gewesen, aber nicht, wenn man um 15 Uhr am Boot der Geikie Gorge sein wollte. Unsere deutsche „Verfolgerfamilie“, die wir später wieder trafen, nahmen genau diese Strecke und berichteten, dass die Piste ok gewesen wäre.

Wir entschieden schweren Herzens nur einen Abstecher zum Prisontree zu machen und dann weiter auf Asphalt zu bleiben. Gemütlich ging`s um 8 Uhr los. Immer wieder wurde für einen noch schöneren urigeren Boabtree gestoppt. Bestimmt habe ich alle Boabs auf der ganzen Strecke geknipst. Um 12.30 Uhr waren wir schon in Fitzroy Crossing. Nach dem Einchecken im Hotel aßen wir im Roadhouse zu Mittag. Es gab lecker Braten mit Soße, Kartoffeln, Pumkin und Blumenkohl, wie bei Muttern. Die Asiaten hinter der Theke meinten es gut mit mir und ich machte mich daran 6 Scheiben Fleisch zu verdrücken, der Teller bog sich quasi. Ansonsten war hier absolut „tote Hose“ bis auf die im Schatten abhängenden Aborigines!

 

 

Gegen 14 Uhr waren wir dann an der Geikie Gorge und wanderten in der Mittagshitze eine kurze Runde, die sich aber nicht wirklich lohnte. Unter dem Pavillon warteten wir auf die Bootstour. Es gab Markierungen und Luftaufnahmen vom enorm hohen Wasserstand der letzten Wet Season 2011. Fitzroy Crossing war nur noch eine kleine Insel, alles war völlig „abgesoffen“. Die Bootstour im Abendlicht entlang der alten Felsen hat uns gut gefallen, es gab auch viele Krokodile zu sehen. Abends am Hotel machte sich eine Horde schwarzer redtailed Papageien kreischend über die Früchte eines Baumes her.

 

 

18 Tag: Fitzroy crossing – Purnululu NP

 

Abfahrt um 6 Uhr los in Fitzroy Crossing. Wir konnten nicht ganz so schnell wie sonst fahren, da so früh am Morgen viele Kängurus über die Straße hüpften. Wie schon so oft, fielen uns die vielen Raubvögel auf und plötzlich schoss einer nur ganz knapp an unserer Scheibe vorbei, als wolle er mal reinschauen. Wir zuckten gleichzeitig zusammen. Leider mussten einige kleinere Vögel auf unserer Strecke ihr Leben lassen. Um 8.30 Uhr waren wir in Halls Creek und suchten eine Bäckerei. Trotz Miniort und mehrmaligem Nachfrage war dies nicht so leicht, denn die Geschäfte sind gegen die Hitze mit schwarzen Scheiben versehen und man vermutet dahinter eigentlich nur geschlossene Läden. Aber Halls Creek hat tatsächlich eine gute Bäckerei und wir frühstückten lecker mit frischem Kaffee.

Um 10 Uhr erreichten wir dann den Abzweig zum Purnululu NP und das Gatter des Geländes der Marble Downs. Ich musste aussteigen, die Kette abnehmen und das Tor auch wieder schließen. Jetzt waren wir schon recht aufgeregt und der Höhepunkt unseres Outback Abenteuers war erreicht. Was würde uns erwarten, wie wird die Piste sein, ist es wirklich soooo hart, ist der Pajero, der uns bis jetzt gut gefahren hatte ausreichend? Die ersten Meter auf der Piste waren völlig ok. Der übliche Schotteruntergrund mit ein bisschen Wellblechpiste, hatten wir alles schon! War das etwa schon alles? Doch was war das?!

Ein Fluss, breit mit allem drum und dran und sogar mit einer hübschen Sandbank in der Mitte. Da sollten wir durch, ohne Schnorchel? 2011 hatte es eine extrem starke Wetseason gegeben. Wir hatten Luftaufnahmen von Fitzroy gesehen, da lag der Ort wie eine Insel im Meer. Das Wartehäuschen für die Bootstouren war völlig bis zum Dach mit Schlamm bedeckt gewesen. Die Kängurus hatten alle Zuflucht auf dem Boardwalk der Fitzroy Lodge gesucht. Wir stiegen erst mal aus und suchten die Ufer nach Krokodilen ab. Dann warfen wir ein paar Steine, um zu sehen, wie tief der Fluss denn wäre. Doch man konnte leider nicht bis zum Boden sehen. Mein geschnitzter Schlangenstock half auch nicht weiter. Nach langem hin und her suchten wir uns einen Weg, der uns am günstigsten schien und dann „Augen zu und durch“. Der Untergrund war ziemlich sandig und es spritze auch ganz schön hoch.

Wir waren durch und hofften, dass dies die einzige Hürde bleiben würde. Doch leider folgte nach kurzer Zeit schon der nächste Creek. Wieder aussteigen, begutachten, Luft anhalten und durch! Einen entgegen kommenden Jeep hielten wir an und fragten nach den Straßenverhältnissen, die uns noch erwarten würden. Das Pärchen war ganz entspannt und meinte nur es würden noch einige Creeks kommen, aber nur zwei davon wären etwas länger und tiefer. Der übliche Spruch war dann : „NO WORRIES!“ Na, die hatten gut lachen, die hatten ja auch `nen Schnorchel.

 

Angespannt fuhren wir weiter und hofften nach jedem Creek, dass es endlich der Letzte wäre. Auf dem Rückweg wussten wir ja dann, was uns erwartet und wir haben dann nachgezählt und mit allen „ Pfützen“ zusammen waren es 15 Durchquerungen. Warum sind mir eigentlich die Fotos der Flussdurchquerungen in der Fotocommunity nicht aufgefallen? Die Piste selbst erschien uns dann verhältnismäßig harmlos. Klar konnte man nicht entspannt drauflos brettern, aber wir fanden sie jetzt nicht extrem schwer zu fahren. Man musste konzentriert sein und auf Felsen, spitze Steine oder Schlaglöcher achten, aber das hatte ich ehrlich gesagt auch schon bei so mancher Strandzufahrt in Griechenland schlimmer. Die Straße war sehr kurvenreich und wurde im Reiseführer als Achterbahn beschrieben. Lustigerweise machten T. und ich an jeder Kuppe einen langen Schildkrötenhals, um eventuell entgegenkommende Fahrzeuge besser erkennen zu können.

 

Nach 2,5 Stunden waren wir am Visitorcenter und meldeten uns an. Dann gings weiter zur Wilderness Lodge. Dort gab`s mal wieder ein upgrade von einem kleinen auf ein größeres luxoriöseres Zelt. Wir wurden mehrfach auf Schlangenaktivität hingewiesen und uns wurden Spuren im Sand gezeigt. Das war für mich ja schon wieder genau das Richtige, seufz. Abenteuer zu Hause buchen oder mitten drin stecken ist halt doch was anderes. Das Zelt war jedoch wieder etwas erhöht und mit Holzdielen ausgestattet. Insgesamt war es viel besser, als die Zelte im Karijini NP.

Gegen 13.30 Uhr fuhren wir dann Richtung Parkplatz Picanniny Gorge, um die südlichen Wanderungen zu machen. Die Hitze machte uns schwer zu schaffen es waren ca. 37 Grad. Wir kombinierten den Dome Walk mit der Cathedral Gorge, liefen durch den Picaninny Creek bis zum Lookout. Insgesamt schafft man das gut in drei Stunden. Die lange Fahrt, die Hitze und die schlechten Lichtverhältnisse sorgten aber dafür, dass sich meine Begeisterung in Grenzen hielt.

Erst im Flussbett ereilte mich dann das richtige „Bungle Bungle Feeling“. Auch der Lookout auf die vielen Bienenkörbe gefiel mir besonders gut. Hatte was von der Weite wie bei den Olgas das Valley oft the Wind. Leider wollten wir dort aber nicht zwei Stundne bis auf den Sunset warten und dann im Dunkeln zurücklaufen bzw. fahren.

 

Also fuhren wir zur Lodge zurück, duschten und dann gab es auch schon Lagerfeuer und lecker Halbpensions Dinner. Den Rückweg mit kleinen Lämpchen beleuchtet, bewältigten wir dann ohne tierische Begegnungen. In der Nacht froren wir zwar diesmal nicht, aber wurden gegen 3 Uhr unsanft vom Muhen eines einsamen Rindes geweckt.   

19. Tag: Purnulu NP – Heliflug – Echidna Chasm – Minipalm Gorge

 

Eigentlich hätte man sich zum Sunrise aufraffen müssen, aber dann hätte man um 5 Uhr losfahren müssen. Dann wären jedoch die Lichtverhältnisse für Fotos im Picanniny Creek anders als am Vortag optimal gewesen. Doch um 9 Uhr stand der Heliflug auf dem Programm und danach wollten wir die nördlichen Wanderungen machen. Also frühstückten wir exclusiv und fuhren um 8 Uhr zum Airstrip. Es war ein sehr windiger Tag und wir hatten ja den Flug mit offenen Türen. Da hatte ich jetzt doch ganz schön Bauchkribbeln trotz Erfahrung (Kauai). Wir hatten den Heli für uns alleine ohne andere Gäste. Gebucht war die Tour mit mittlerer Streckenentfernung von 30 min.

 

 

Dann hoben wir ab und zuerst ging`s über weites plattes Outback und dann eröffnete sich das volle Panorama der Bungle Bungles vor uns. Ein Wahnsinn, wie groß dieses Gebiet ist, viele Schluchten sind noch nie betreten worden. Nur im südlichen Teil sind die typischen Bienenkorbformationen zu sehen. Im nördlichen Teil gibt es eher tiefe Schluchten und Hochplateaus. Die kurze Tour wäre also auch ok gewesen. Insgesamt war der Flug doch sehr „bewegt“. Immer wieder zogen Aufwinde aus den Schluchten hoch und beutelten unseren kleinen Heli ganz schön. Richard, der Pilot, hatte aber kaum Mühe alles abzufangen. Er erklärte viel und kurvte in wilden Manövern über die Bungles, so dass man auf beiden Seiten viel zu sehen bekam. Viele Fotos sind deshalb aber auch verwackelt. Das letzte Stück über die Bienenkörbe war dann am schönsten, wie der Picaninny Creek sich sein Flussbett geschlängelt hat, einfach sensationell!

 

 

Um 11.30 Uhr waren wir dann am Parkplatz für die nördlichen Wanderungen. Schon die Anfahrt war toll. Die Range erinnerte an die Felsen des Ayers Rock in Form und Farben. So waren wir genau in der Mittagszeit in der Echidna Chasm. Dort fällt das Licht nur ganz kurz in die schmale Schlucht. Die Wanderung durch das Flussbett war nur kurz und schon bald gab`s auch schon die typischen Palmen zu sehen. Was für Farben: rote Felsen, grüne Palmen, blauer Himmel- einfach ein Traum!

 

 

In der engen hohen Schlucht kommt man sich ganz klein vor. Kurz eröffnet sich ein kathedralähnlicher Raum und irgendwo weit oben am Himmel eine Palme, wo die überall existieren können! Dann wird der Weg wieder ganz eng und man muss eine Leiter hochklettern. Sogar kleine Fledermäuse sahen wir dort hängen, so dunkel war es teilweise und nur der rote „Beam-Strahl“ war noch zu sehen.

 

 

Auf dem Parkplatz machten wir dann eine lange Mittagspause, die Hitze schlauchte schon sehr, obwohl ich da nicht empfindlich bin. Am Nachmittag machten wir dann die Wanderung zur Minipalm Gorge. Auch hier waren wir wieder, wie so oft in diesem Urlaub , bis auf ein Pärchen ganz einsam und alleine. Auch hier begeisterten mich wieder die Farben und Palmen und einfach alles!

 

 

Auf dem Rückweg stoppten wir zum Sunset an einem Lookout nahe des Visitor Centers. Man hatte zwar einen schönen Blick auf die Range, jedoch nicht auf die Bienenkörbe. Abends saß man mit den Gästen und Guides wieder nett zusammen und mittlerweile gewöhnte man sich sogar auch an den Aussies Slang.